Geburtsort Lanz

„Kennst Du mein Geburtsdorf mit seinen näheren und weitern Umgebungen, so kennst Du meine erste Lehrerin, die dortige Natur. Was uns umgibt, hat auf die Erzeugung und Entwicklung unserer Gedanken mächtigen Einfluß. Eindrücke der Jugend herrschen bis ins Alter. Lanz liegt bei Lenzen am Fuße des Urufers der Elbe, am Anfange der Prignitzschen Marsch, hart am dortigen Geestlande. Die Dorfmark ist ungeheuer groß, und hat die Abwechslung jeder Ackerart. Den fettesten Kleiboden der Marsch enthält sie, und den ärgsten Deutschen Flugsand, wo der Wind Hügel verweht, und zusammenbläset, und tiefe Thäler aufwühlt. ... Wann ich zu erst Zeitungen gelesen habe, weiß ich nicht, nur daß ich im 8ten Jahre als Friedrich II starb, schon Friedrichs Gegener niederdisputierte, wozu ich oft Gelegenheit hatt, wenn ich mit Mecklenburgern und Hannoveranern zusammentraf.“

(Aus einem Briefentwurf Jahns an Salchow von 1806)

„Ich bin Grenzer, wirklicher Markmann. Im Preußischen, eine Stunde vom Hannöverschen Städtchen Schnackenburg an der Elbe zu Hause, eine Meile vom Mecklenburgischen, wo meine Großmutter mütterlicher Seite lebte, habe ich als Kind schon in dreier Herren Länder gelebt. Die Einzelstaaten habe ich zum Deutschen Reich niemals anders betrachtet, als mehrere Rittergüter in einer Dorfflur.“

(Friedrich Ludwig Jahn in einem Brief aus dem Jahre 1846)

Jahn-Ehrungen in Lanz

Das Pfarrhaus

Als erste Ehrung Jahns in seinem Heimatort dürfen wir den Wiederaufbau des Pfarrhauses bezeichnen. Am 23. Februar 1854, kurz nach seinem Tode, hatte ein Feuer das Pfarrhaus zerstört. Angesichts der Verdienste, die sich Friedrich Ludwig Jahn als Pädagoge, Schriftsteller und Patriot erworben hatte, wurde das Pfarrhaus schon 1855/56 an der gleichen Stelle wieder errichtet.

Am 7. August 1865 wurde eines der ersten Jahndenkmäler Deutschlands im Rahmen des 2. Prignitzer Gauturnfestes feierlich geweiht.

Im Jahre 1896 wurde es von den Turnern der Provinz Brandenburg restauriert. Dieses Jahn-Denkmal wurde der zentrale Punkt der nachfolgenden Lanzer Jahn-Ehrungen.


Das Jahn-Ehrenmal mit Turnhalle und Herberge

Aus allen Teilen Deutschlands kamen immer mehr Turner, den Geburtsort des Turnvaters Jahn zu besuchen. Der Lanzer Turnverein hatte es manchmal schwer, allen ein Nachtlager zu beschaffen. Der Vorsitzende, Turnbruder Neubauer, gewann am 7. Juli 1925 im „Franziskaner“ zu Wittenberge, die Turnfreunde des MTV 63 zu Verbündeten, in Lanz eine Turnerherberge mit zugehöriger Turnhalle zu bauen. Der damalige Kreisvorsitzende, Tbr. Dr. Neuendorff, nahm sich der Sache an, und der Turnkreis III b Brandenburg übernahm auf dem Kreisturntag, der am 1.2.1926 in Küritz stattfand, den Bau der Jugendherberge nebst Turnhalle in Lanz.

1928 wurde aus Anlass des 150. Geburtstages von Friedrich Ludwig Jahn das Jahn-Ehrenmal in unmittelbarer Nachbarschaft des Obelisken eingeweiht.


Jahn-Gedenkstätte

Anlässlich des 200. Geburtstages von Friedrich Ludwig Jahn im Jahre 1978 wurde die „Jahn-Gedenkstätte“ in der ehemaligen einklassigen Dorfschule eingerichtet und nach 1990 neu gestaltet. Hier werden Jahns Leben sowie die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen er wirkte, dargestellt.