XVI. Lanzer Jahn-Kolloquium im Juli 2014

Vielfalt der Turnfeste

Das traditionelle Jahn-Kolloquium in Lanz, dem Geburtsort Jahns, stand 2014 ganz im Zeichen dieser Besonderheit des deutschen Turnens: der Turnfeste.

Gerd Steins (Berlin), der seit einigen Jahren das Kolloquium leitet, referierte einleitend übe die „Idee, die noch immer anziehend ist“, und wandte sich den Ursprüngen im Jahr 1814 zu: Die Vorgänger der heutigen Turnfeste waren Nationalfeste mit Wett-Turnen und waren stark politisch geprägte „Denktage“ (Ansatz für Jahn war der 18. Oktober, der Tag der „Völkerschlacht“ bei Leipzig). Die Festrituale waren schon vor 200 Jahren die gleichen wie heute, bis auf die Tatsache, dass die Wettkämpfe im Laufe der Zeit immer bedeutsamer wurden.

Hansgeorg Kling (Kassel) konzentrierte sich in seinem Beitrag über die „Deutschen Turnfeste – Eine Erfolgsgeschichte“ auf die unterschiedlichen Träger der Deutschen Turnfeste und damit auf ihre Zählung, auf die Größe (nach dem Krieg war 1987 Berlin mit 120 000 Aktiven das größte), auf die Wandlungen im Programm der Feste des DTB und auf das besondere (politische) Profil der Deutschen Turn- und Sportfeste der DDR in Leipzig (acht Feste zwischen 1954 und 1987).

Dieter Pawel (Braunschweig) schilderte am Beispiel des seit 1866 bestehenden Elm-Bergturnfestes in Niedersachsen, was die Anziehungskraft der Bergfeste ausmachte und ausmacht und mit welchen Mühen, mit welch großem ehrenamtlichen Engagement sie am Leben erhalten werden müssen.

Als Thema des XVII. Lanzer Jahn-Kolloquiums 2015 zeichnet sich ab: Rituale und Symbole in Turnen und Sport.

Hansgeorg Kling

Hier finden Sie das Programm als PDF-Datei.

Der „Jahn-Report“ 38 ist da

Der zweimal im Jahr erscheinende „Jahn-Report“ wartet mit einer kurzweilig zu lesenden Sommerausgabe auf: Die Palette der Hauptbeiträge reicht von Grundsätzlichem zur Erinnerungskultur und Traditionspflege (Michael Krüger) über einen Rückblick auf Friesen und Fichte (beide starben 1814, Jochen Bartmuß), dem Blick auf das Jahr 1811/12 und die Anfänge des Geschehens auf der Hasenheide (Jürgen Schmidt-Sinns) sowie 200 Jahre Völkerschlacht (Josef Ulfkotte) bis zum Aufblättern der nunmehr 120-jährigen Geschichte der Erinnerungs-Turnhalle in Freyburg (Gerd Steins).

Fünf Kurzberichte (darunter der von Gernot Horn über das Goetz-Haus in Leipzig) und die nun schon traditionellen „Notizen“ runden das 48-seitige Heft ab, das mit zwei aktuell wichtigen Beiträgen eröffnet wird: Anfang des Jahres ging die Leitung des Jahn-Museums in Freyburg und der Geschäftsstelle der dort ansässigen Jahn-Gesellschaft von Ilona Kohlberg auf Manuela Dietz über. Und: Das große DAGS-Symposium, das vom 9. bis 11. Oktober in Freyburg stattfinden wird, wirft seine Schatten voraus: Zum Thema „Sportgeschichte mitten in Deutschland – Sammeln – Erforschen – Zeigen“ meldeten 36 Interessierte ihre Vorträge an, 28 von ihnen werden antreten. Die Jahn-Gesellschaft rechnet mit 80 Teilnehmenden.

Informationen: E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 034464/27426