Die obere Etage des Museums steht für jeden (auch Privatpersonen), der eine Ausstellung gestalten möchte, zur Verfügung. Nähere Angaben zur Raumgröße, vorhandenen Vitrinen usw. erhalten Sie im Museum. In diesem Raum wurden bisher zu den folgenden Themen Sonderausstellungen gestaltet.

2007: Geschichte des Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnfestes

Aussteller: Dr. Walter Müller (Halle)

Aus der Geschichte des Jahn-Turnfestes

Die noch nicht geschriebene Geschichte des Freyburger Jahn-Turnfestes ist traditionsreich und zeugt von dem Willen der Turner, es auch über die Wirrnisse der politischen Entwicklungen in Deutschland zu retten und dem Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) zu Ehren weiterzuführen. Solche Einschnitte waren insbesondere die Weltkriege und die Wechsel der politischen Systeme. Nach der politischen Wende 1989 war es überhaupt keine Frage, dass diese Veranstaltung im wiedervereinten Deutschland weiter bestehen muss.

Es war der Freyburger Bürgermeister Ehlert, der diese Turnveranstaltung initiierte und im Jahre 1901 zusammen mit 72 Teilnehmern aus der Taufe hob. In der inzwischen über hundertjährigen Geschichte änderte die Veranstaltung mehrfach ihre Bezeichnung, ohne jedoch ihren grundlegenden Charakter zu verändern: Jahnturnen, Kriegsjahnwetturnen, Jahn-Gedächtnisturnen, Jahn-Gedächtniswettkämpfe, Friedrich-Ludwig-Jahn-Gedenkturnen, Jahnturnspiele, Friedrich-Ludwig-Jahn-Gedenkwettkämpfe. Im Mittelpunkt standen dabei stets die Wettkämpfe an den Geräten, andere Aktivitäten und Disziplinen umrankten diese gleichsam. Es waren dies unter anderen volkstümliche Wettkämpfe, leichtathletische Disziplinen, Prellball (1960-1968), Gymnastik seit 1968 sowie neuerdings Aerobic und Tumbling.

Seit 1994 heißt die Veranstaltung Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnfest, wobei durch diese neue Bezeichnung insbesondere der Festcharakter betont werden soll. Neben der Beteiligung an turnerischen Wettkämpfen geht es besonders um das Mitdabeisein, das Feiern und auf diese Weise das Ehren des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn.

Gerade das Miteinander von Alters-, Freizeit- und Spitzenturnern stellt von jeher einen besonderen Reiz des Freyburger Jahnturnens dar und macht es zusammen mit der vorherrschenden familiären Atmosphäre bei dieser Freiluftveranstaltung deutschlandweit einmalig. Immer ging es um breitensportliche Wettkämpfe, und meistens umrahmten Schauveranstaltungen mit LeistungsturnerInnen die Wettkämpfe.

Das Interesse an dem Freyburger Turnfest stieg von Jahr zu Jahr. Beispielweise beteiligten sich 1923 338 Teilnehmer, 1960 waren es 950, 1961 bereits 1550 Aktive und 1995 1947 Turnerinnen und Turner. Der bisherige Teilnehmerrekord mit 2250 aktiven Sportlern aus 206 Vereinen sowie allen deutschen Landesturnverbänden wurde im Jahre 1996 erzielt. Inzwischen ist die regelmäßige Teilnahme von Sportlern aus nahezu allen Landesturnverbänden schon zur Tradition geworden, und zunehmend finden auch Turner aus Österreich und zahlreichen weiteren Ländern den Weg nach Freyburg.


Die Anfänge des Freyburger Jahnturnens

Es war im Mai 1901, als der Freyburger Bürgermeister Fritz Ehlert (1869-1937) und der Magistrat der Stadt folgendes Rundschreiben an alle Turngaue und viele Turnvereine schickte: "Unsere seit Friedrich Ludwig Jahns Tagen von Turnern vielbesuchte Stadt geht mit dem Plane um zur Förderung der Bestrebungen Friedrich Ludwig Jahns fortan jährlich einen Wettkampf in Leibesübungen zu veranstalten. In diesem Jahr an Jahns Geburtstag, Sonntag, den 11. August. Der Wettkampf ist ein Fünfkampf: Hochspringen, Stabhochspringen, Schleuderball, Steinstoßen, 100 m Laufen. Die Wertung soll nach der Wetturnordnung der Deutschen Turnerschaft erfolgen. Denjenigen, welche die Gesamtzahl von 35 Punkten erreichen, sowie denjenigen, welche auf den einzelnen Gebieten das Beste leisten, ist ein Gruppenbild zugedacht. Die fotografische Aufnahme soll an Jahns Grab erfolgen. Damit war Jahns zweite Grabstelle nach der Umbettung unter den Westgiebel der Erinnerungsturnhalle im Jahre 1894 gemeint.

Mit diesem Schreiben wurde der Gedanke eins Jahnwetturnens von Freyburg aus in die Öffentlichkeit getragen. Am 10. Juni 1901 erfolgte die offizielle Einladung, und als Anmeldeschluss wurde der 25. Juli festgelegt. Das Rundschreiben und die Einladung fanden in den Führungskreisen der Turnerschaft zunächst nur wenig Anerkennung. Man bezeichnete das Jahnwetturnen als "Freyburger Privatunternehmen". Dagegen hatten der Prager Professor Dr. Hueppe, der Bonner Arzt Dr. Schmitt und der Kreisvertreter des mitteldeutschen Turnkreises XIII, Herr Direktor Bethmann aus Langendorf bei Weißenfels, lobende Worte für die Freyburger Initiative parat. Auch von der Sektfabrik Kloß und Foerster, heute Rotkäppchen Sektkellerei, kam wohlwollende Unterstützung für den Vorstoß.

11. August 1901 nahmen 72 Turner am ersten Jahnwetturnen teil, wobei 28 die erforderliche Punktzahl erreichten, um mit einem Gruppenbild prämiert zu werden. Die höchste Punktzahl mit jeweils 43 Punkten erreichten die Turner Willy Oepen aus Neuß am Rhein und Hugo Teichmann aus Leipzig. Im Jahre 1910 übernahm die Deutsche Turnerschaft die Schirmherrschaft über das inzwischen fest etablierte Jahnwetturnen. Statt der angemeldeten 123 Teilnehmer nahmen am 14. August 1910 sogar 133 am zehnten Turner-Wettkampf in Freyburg teil.

Bedingt durch den Ersten Weltkrieg fiel das Jahnturnen von 1914 bis 1918 aus. 1921 fand erstmals ein Dreikampf für Damen statt. Im Folgejahr wurde der "Dreikampf der Alten" neu eingeführt, dem folgte als weitere Neuerung 1924 der Staffellauf "Rund um die Jahnstätten". Wettkampfplatz war bis zur feierlichen Eröffnung des neuen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks während der unter dem Motto "150 Jahre vaterländisches Turnen" stehenden 60. Jahn-Turnspiele 1961 die östliche Hälfte des Schützenplatzes.


Zur verwirrenden Zählweise der Jahn-Turnfeste

In diesem Jahr wird offiziell das 85. Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnfest begangen. Tatsächlich ist es jedoch schon das 87.

Im Verlaufe der Geschichte der inzwischen über hundertjährigen Sportveranstaltung kam es mehrfach zu Fehlern bei der Zählung aufgrund verschiedenster Ursachen. Kurioserweise findet man daher zum Beispiel die 30. und 31. jeweils zweimal. So haben das Jahnturnen von 1935 und das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gedenkturnen im Jahre 1988 die Bezeichnung als 30. und das Wetturnen von 1937 sowie das Friedrich-Jahn-Gedenkturnen von 1989 die als 31.

Noch verwirrender wird es mit dem 69. Jahnturnen es gibt noch heute lebende Teilnehmer, welche zum einen schon einmal im Jahre 1972 sowie nochmals im Jahre 1991 an einem Jahnwetturnen mit der gleichen Zählung teilgenommen haben.

Die Ursachen für diese verwirrende Zählweise sind eigentlich recht simpel, sind bisher jedoch noch niemals ausführlich dargelegt worden. Zunächst zählte man die Jahnturnfeste offiziell gar nicht. Erstmals geschah dies im Jahre 1911 bei der Ausschreibung zum 11. Jahnturnen. Die bis dahin auch richtige Zählweise führte man dann bis zum 38. Jahnturnen im Jahre 1944 weiter, welches zugleich als 5. Kriegsjahnturnen bezeichnet wurde. Dabei zählte man das für den 9. August 1914 bereits als 14. angekündigte und bedingt durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 kurzfristig abgesagte nicht mit und bezeichnete das erste Nachkriegsturnen am 17. August 1918 nochmals als 14.

Aufgrund der Olympischen Spiele 1936 in Berlin fand in diesem Jahr kein Wettturnen in Freyburg statt, da etwa zum vorgesehenen gleichen Zeitpunkt die Turnentscheidungen (10.-12. 8.) anstanden.

Der erste "echte" Zählfehler entstand zu DDR-Zeiten im Jahre 1961, als man fälschlicherweise die richtige Formulierung "seit 60 Jahren findet das Jahnturnen in Freyburg statt gleichsetzte mit der Nummerierung als "60. Jahn-Turnspiele 1961". Tatsächlich war dies nämlich erst das 46. Jahnturnen seit 1901. Diese falsche Zählweise wurde dann bis 1972, den 69. Friedrich-Ludwig-Jahn-Gedächtniswettkämpfen, beibehalten. Erst im Zusammenhang mit der Vorbereitung des 70jährigen Jubiläums scheint man den Fehler bemerkt zu haben und zählte dann bis zum Jahre 1987 offiziell die jährlich stattfindenden Turnfeste gar nicht mehr. Da seit 1959 in den Jahren, als in Leipzig die zentralen Turn- und Sportfeste der DDR stattfanden, kein Wettturnen in Freyburg durchgeführt wurde, fallen auch noch die Jahre 1959 (III. Turn- und Sportfest), 1963 (IV.), 1969 (V.), 1977 (VI.), 1983 (VII.) sowie 1987 (VIII.) aus der fortlaufenden Nummerierung heraus.

Im Jahre 1988 entschloss man sich dann, nur noch die seit 1953 in der DDR stattgefundenen Veranstaltungen zu zählen. Demzufolge waren 1953 mit der ersten Nachkriegsveranstaltung in Freyburg die 1. Jahn-Gedächtniswettkämpfe, die von da an jedes Jahr (außer - seit 1959 - in Sportfestjahren) stattfanden. Somit war richtigerweise 1988 die 30. und 1989 die 31. Veranstaltung.

Mit der Wende korrigierte man diese Zählweise, da es legitim erschien, jetzt alle Jahn-Turnfeste seit 1901 mitzuzählen. Leider verrechnete man sich und begann die Zählung im Jahre 1991 mit der Nummer 69 - es war aber schon das 71. stattfindende Jahn-Turnfest seit 1901.

 

 

2006: Hans-Fischer Ausstellung - Staunen, bewundern, nacheifern

Aussteller: Ronald und Martin Krengel

Besondere Ehrung und Erinnerung an Hans Fischer zum diesjährigen Jahnturnfest


Die Eröffnung der Hans-Fischer-Sonderausstellung beeindruckte

„Glücklich bin ich, wenn immer wieder Menschen sagen, dass ich Ihnen Vorbild bin und sie mir nacheifern wollen. Das erlebe ich öfter. Das betrachte ich als meine Mission für unser schönes Turnen!“ Mit diesem Zitat ihres Großvaters begrüßten Martin und Ronald Krengel die über 90 Gäste bei der Eröffnung der Hans-Fischer-Sonderausstellung am vergangenen Freitag in Freyburg. Olympiasieger Klaus Köste ergänzte die energiegeladene Rede der Fischer-Enkel um eine ganz persönliche Erinnerung an seinen Turnfreund. Nach diesem Auftakt wurden die gespannten Besucher von Museumsdirektorin Ilona Kohlberg mit einem Glas Sekt in den Ausstellungsräumen empfangen. Dort wurde das Lebenswerk Hans Fischers, durch über 15 Pokale, 250 Urkunden und Medaillen und lebhaften Bildern greifbar. Viele Berichte und ein 5m langer Zeitstrahl beleuchten das vielseitige Leben der Alterturn-Ikone. Ein Höhepunkt war zweifelsohne der Dokumentarfilm „Turnvater Fischer“ der im Museum zu sehen ist. Er wurde gleich zweimal gezeigt, um dem Ansturm gerecht zu werden.

Bereits vor dem offiziellen Ausstellungsbeginn zum Jahn-Turnfest sahen ca. 450 Besucher die Ausstellung – die Initiatoren sind daher sehr zufrieden mit dem Anklang und den vielen positiven Rückmeldungen der Besucher. So urteilt auch Gudrun Steinbach, Präsidentin des Landesturnverbandes Sachsen-Anhalt: „Eine beeindruckende Ausstellung über das Leben Hans Fischers und über das Turnen – ein Vorbild für alle, die im Leben einen Traum haben und ihn verwirklichen.“


Warum gerade in Freyburg?

Die Ausstellung wurde nicht durch Zufall im Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum angesiedelt. Zwischen den beiden Verfechtern der Turnkunst bestehen viele Parallelen: Nicht nur, das Fischer auf den Tag genau 68 Jahre nach Jahns Todestag zur Welt kam und ebenso Lehrer war und außerschulisch Turntraining in Sportgemeinschaften anbot. Wie Jahn war Fischer der Meinung, dass das Turnen eine Grundlagensportart sei, die ein solides athletisches Fundament für verschiedene Sportarten antrainiere. Auch Fischer sah das Turnen in breiter Perspektive: Vor allem Konditions- und Ausgleichsportarten gehören auf den Trainingsplan eines jeden Turners.

Über diese geistigen Verbindungen hinaus übertrug Hans Fischer die Jahnschen Ideale durch seine Präsenz und Prominenz in die Neuzeit: Er trat überall dort auf, wo sich Alt und Jung zum sportlichen Wettstreit trafen - sein Wettkampfbuch ließt sich wie eine Chronik der deutschen Alterssportszene. Er beeindruckte durch seine atemberaubenden Leistungen im hohen Alter, sein Engagement für das Turnen und seine Willensstärke. Besonders gern ist er zum Freyburger Turnfest gekommen: Insgesamt startete er 13-mal zum Freyburger Turnfest und siegte ganze 10 Mal.


Der Hans Fischer Test erfreut sich großer Beliebtheit

Während sich der Besucher am Freitag durch den Film und die Ausstellung verblüffen lassen konnte, hatte er am Samstag auf dem Sportplatz die Möglichkeit sie nachzuvollziehen: Beim im letzten Jahr eingeführten Hans-Fischer-Test mussten fünf typische Übungen aus dem Trainingsprogramm des achtzigjährigen Altersturners absolviert werden. Eine wahre Geschicklichkeits-, Mut und Ausdauerprobe für die 76 Teilnehmer von 6 bis 73 Jahren. Die witzigsten Übungen sind dabei der Kopfstand-Marathon und die schon sprichwörtliche „Fischerrolle“, ein altdeutsches Element das einige lustige Verdrehungen am Barren hervorrief. Im Spannungs-Zentrum des Tests stand in diesem Jahr die Kraftübung, bei der man so viele Punkte sammeln konnte, wie man „Felgaufzüge“ (eine Kombination aus Klimmzug und Bauchmuskelkraftübung) schaffte. Hier lieferten sich die Leistungsturner ein hartes Kopf an Kopf Rennen. Der Rekord liegt nun bei 49 Felgaufzügen.

Hans Fischer hätte seine Freude an diesem Wettstreit gehabt, predigte er doch die Wichtigkeit des Trainings nach dem Wettkampf. Nur so könne die Reizschwelle der Muskulatur überschritten und Trainingseffekte erzielt werden. Dass nun gleich so viele Teilnehmer auch direkt nach dem eigentlichen Wettkampf noch zum Fischer-Test gekommen sind, freut die Veranstalter ganz besonders.

Die Mission Hans Fischers, Vorbild sein zu wollen und zum Nachahmen zu inspirieren, lebt also nun durch die Ausstellung und den Hans-Fischer-Test im Mekka der Turnkunst, Freyburg, fort.

 

2006: Weihnachtsschmuck / Weihnachtsdekoration

Aussteller: Museumsmitarbeiter

2006: Hans Fischer - Der Lausitzer Turnvater

Sonderausstellung

2005: Weihnachtsgeschichten

Aussteller: Museumsmitarbeiter

 

Verkaufsausstellung mit Lauschaer Glaskunst, Porzellan aus Könitz, Seidenmalerei und Keramik

 

2004: Vorweihnachtliche Verkaufsausstellung

Aussteller: Museumsmitarbeiter, Kunigunde Krömer-Reinke

 

mit Lauschaer Glaskunst, Porzellan aus Könitz und Artikeln aus Schafwolle

 

2004: Puppenausstellung

Aussteller: Petra Oppermann

 

2004: Osterausstellung

Aussteller: Museumsmitarbeiter

 

2003: Lichterschule

Aussteller: Museumsmitarbeiter, Freyburger Schulen

 

2003: 800 Jahre Freyburg - Aus der Sicht der Jugend

Aussteller: Freyburger Kindergärten und Schulen