Jahn-Pressedienst/ Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft 01/2021

 

Des Reiches Stützen?

Jahn-Gesellschaft und Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt veranstalten Online-Tagung anlässlich 150. Jahre Reichsgründung.

 

Am 18. Januar 2021 jährt sich die Proklamierung des deutschen Kaiserreichs zum 150. Mal.   Aus diesem Grund organisiert die AG Orte der Demokratiegeschichte eine bundesweite Veranstaltungsreihe und stellt Ressourcen zur Verfügung, die dabei helfen sollen, die ambivalente Rolle des Kaiserreiches in der deutschen Geschichte und für die deutsche Demokratie zu bewerten, sowie den Sinn für die Komplexität des politischen Systems, der Gesellschaft und der politischen Kultur des Kaiserreiches in einer breiten Öffentlichkeit zu schärfen.

 

Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt veranstaltet die Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft daher am 23. Januar 2021, von 14:00 - 16:30 Uhr, ein Web-Symposium mit dem Titel „Des Reiches Stützen? Zur politischen und gesellschaftlichen Rolle der Turner, Sänger und Schützen in der Reichsgründungsära und im Kaiserreich (1860-1918)“

 

Die Tagung wird über den Youtube-Kanal der Landeszentrale für politische Bildung übertragen. Interessierte können hier kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung der Veranstaltung folgen. Eine Beteiligung ist über Anmerkungen und Fragen in der Kommentarspalte des Kanals möglich. 

 

Über folgenden Link kommen sie direkt zum Kanal der Landeszentrale für politische Bildung: https://www.youtube.com/watch?v=ltBhyiZtOuA

 

Alle Informationen zur Veranstaltungsreihe finden sie im Themenportal der Orte der Demokratiegeschichte: https://www.demokratie-geschichte.de/extra/150jahre

 

Programm:

 

Drei Kriege führten im Januar 1871 zur Gründung des Deutschen Reiches. Der „Reichsgründung von oben“ ging in den 1860er Jahren die Gründung nationaler Dachorganisationen der Turner, Sänger und Schützen voraus, die an ihre früheren Forderungen anknüpften und für die Gründung eines deutschen Nationalstaates auf verfassungsmäßiger Grundlage warben. Mit ihren Veranstaltungen und ihrer national ausgerichteten Festkultur erreichten die Turn-, Schützen- und Gesangsvereine große Bevölkerungskreise in allen Staaten des Deutschen Bundes, sodass sich ein Gefühl nationaler Zusammengehörigkeit entwickeln konnte, dem die Gründung des deutschen Nationalstaates folgte. Als mitgliederstarke und von daher einflussreiche Massenorganisationen nahmen die Turner, Sänger und Schützen im Kaiserreich gesellschaftspolitische Aufgaben war, die den Prozess der inneren Einigung des neuen Nationalstaates vorantrieben.

 

Im Rahmen der Online-Tagung soll der Fokus auf die politische und gesellschaftliche Rolle der Turner, Sänger und Schützen in dem Jahrzehnt vor der Reichsgründung und im Kaiserreich gerichtet werden, da diese in den Schulgeschichtsbüchern, aber auch in den Publikationen, die in jüngster Zeit anlässlich der Reichsgründung vor 150 Jahren erschienen sind, durchweg unberücksichtigt bleibt.

 

 14:00 – 14:10           Begrüßung und Eröffnung

                                  Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale f. politische Bildung

 

14:10 – 14:45            Einführungsvortrag

                                            Staat und Gesellschaft zu Beginn des Kaiserreichs

                                  Prof. Dr. Michael Dreyer, Universität Jena

 

14:45 -15:00             "Zum großen Bau der deutschen Einigkeit sei dieses Fest ein Stein!" 

                                            Zum Einheitsgedanken der deutschen Sänger vom "Großen

                                            Deutschen  Sängerfest" in Nürnberg 1861 bis zur Reichsgründung.

                                  Prof. Dr. Friedhelm Brusniak, Universität Würzburg

 

15:15 -15:30             Pause

 

15:30-15:45               "...daß alle sich fühlen als Brüder, als Kämpfer für eine große Sache,

                                            für's Vaterland… Der Einheitsgedanke in der Turnbewegung des

                                  19. Jahrhunderts bis zur  Reichsgründung  (1870/71).

                                  Dr. Josef Ulfkotte, Präsident Fr.-L.-Jahn-Gesellschaft e.V.

 

 

15:45-16:00              Üb Aug` und Hand für`s Vaterland!

                                            Zum Einheitsgedanken im deutschen Schützenwesen.

                                  Stefan Grus, Leiter Deutsches Schützenmuseum Coburg

 

16:00-16:30               Diskussion

 

16:30                         Ende der Veranstaltung