Pressedienst

Der Jahn-Pressedienst ist ein Service der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Freyburg (Unstrut). Er stellt den Verbandsorganen der Landesturnverbände im Deutschen Turner-Bund und allen anderen interessierten Zeitungen und Zeitschriften Artikel zu Themen des Turnens und der Turngeschichte (unter besonderer Berücksichtigung von Beiträgen über Friedrich Ludwig Jahn) zum Nachdruck zur Verfügung. Der Nachdruck ist kostenfrei und genehmigungsfrei. Unter dem Artikel ist der Vermerk [Jahn-Pressedienst] aufzunehmen. Um ein Belegexemplar wird gebeten. Die vom Jahn-Pressedienst veröffentlichten Artikel werden unter Pressedienst auf der Homepage der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft zum Herunterladen archiviert und können auch zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden.

 

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Attraktives August-Wochenende in Freyburg/Unstrut

 

Das ereignisreiche vorletzte August-Wochenende zog rund 1200 Turnerinnen und Turner nach Freyburg/Unstrut. Die meisten beteiligten sich an den Wettkämpfen des nunmehr 92. Jahn-Turnfestes, das der Landesturnverband Sachsen-Anhalt hier jährlich veranstaltet.

Gut besucht war auch die Mitgliederversammlung der in Freyburg ansässigen Jahn-Gesellschaft, bei der Präsident Hansgeorg Kling mit dem Geschäftsbericht des Präsidiums eine sehr erfolgreiche Tätigkeitsbilanz vorlegen konnte. In Vertretung von Schatzmeisterin Monika Menzel erläuterte Manuela Dietz, die neue Museumsleiterin und Geschäftsführerin der Jahn-Gesellschaft, die Jahresrechnung 2013.

Rückenwind bekamen die Verantwortlichen der Jahn-Gesellschaft bei der feierlichen Kranzniederlegung am Jahn-Denkmal vor der Erinnerungs-Turnhalle durch den Vertreter des Landessportbundes Sachsen-Anhalt (LSB): Eberhard Bunzel, Geschäftsführer des LSB, sicherte den zahlreich Versammelten den vollen Einsatz des LSB für den Erhalt des Jahn-Museums zu.

Zum Rahmenprogramm gehörte die Eröffnung der sehenswerten, bis Ende Oktober laufenden  Ausstellung „Erlebt - erworben - gesammelt, Erinnerungsstücke aus zwei Jahrhunderten Turnbewegung“ im Jahn-Museum. Vor der Sektkellerei wurde die  erste der drei neuen Jahn-Informations-Tafeln in der Stadt enthüllt; ermöglicht wurde ihre Errichtung durch eine Spende von Wieland Wolfsgruber, dem treuen und unermüdlichen Freyburg-Besucher aus Linz (Oberösterreich).

KTS

Der neue „Jahn-Report“ ist da

 

Der zweimal im Jahr erscheinende „Jahn-Report“ wartet mit einer kurzweilig zu lesenden Sommerausgabe auf: Die Palette der Hauptbeiträge reicht von Grundsätzlichem zur Erinnerungskultur und Traditionspflege (Michael Krüger) über einen Rückblick auf Friesen und Fichte (beide starben 1814, Jochen Bartmuß), dem Blick auf das Jahr 1811/12 und die Anfänge des Geschehens auf der Hasenheide (Jürgen Schmidt-Sinns) sowie 200 Jahre Völkerschlacht (Josef Ulfkotte) bis zum Aufblättern der nunmehr 120-jährigen Geschichte der Erinnerungs-Turnhalle in Freyburg (Gerd Steins).

Fünf Kurzberichte (darunter der von Gernot Horn über das Goetz-Haus in Leipzig) und die nun schon traditionellen „Notizen“ runden das 48-seitige Heft ab, das mit zwei aktuell wichtigen Beiträgen eröffnet wird: Anfang des Jahres ging die Leitung des Jahn-Museums in Freyburg und der Geschäftsstelle der dort ansässigen Jahn-Gesellschaft von Ilona Kohlberg auf Manuela Dietz über. Und: Das große DAGS-Symposium, das vom 9. bis 11. Oktober in Freyburg stattfinden wird, wirft seine Schatten voraus: Zum Thema „Sportgeschichte mitten in Deutschland – Sammeln – Erforschen – Zeigen“ meldeten 36 Interessierte ihre Vorträge an, 28 von ihnen werden antreten. Die Jahn-Gesellschaft rechnet mit 80 Teilnehmenden.

Informationen: E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 034464/27426

F. L. Jahn in der „Hall of Fame des deutschen Sports“

In einer eindrucksvollen Benefiz-Veranstaltung der Deutschen Sporthilfe und des DOSB wurde am 31. Mai in Berlin vor 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sport Willy Bogner für sein Lebenswerk mit der Goldenen Sportpyramide geehrt. Zuvor kam es zur Aufnahme dreier neuer Mitglieder in die „Hall of Fame des deutschen Sports“. In der Kategorie Ideengeber des Sports: Friedrich Ludwig Jahn (1778 – 1852); in der Kategorie Einsatz für die Werte des Sports: Harry Valerien (2012 verstorben); in der Kategorie Besondere Kämpfer: Joachim Deckarm (er war anwesend).

Die Laudatio für die drei hielt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Die Urkunde für Jahn überreichte er Prof. Dr. Karin Büttner-Janz, der erfolgreichsten (Kunst-)Turnerin aller Zeiten (z. B. zwei Goldmedaillen 1972 in München).

Die Rede des Bundesinnenministers und der Film, der über Jahn gezeigt wurde, betonten Jahns Wirken im Vorfeld der „Völkerschlacht“ 1813 und in der Paulskirche 1848, Ausschnitte blendeten das bunte Treiben bei den modernen Deutschen Turnfesten ein. Die Bilder, mit denen Jahn vor Augen gerückt wurde, waren dann allerdings leider die des Alten mit dem langen Bart und nicht die des jungen Jahn, der als 33-Jähriger mit dem Turnen auf der Hasenheide begann.

Karin Büttner-Janz will die Urkunde, die sie empfing, nicht zu Hause aufheben, sondern dem Deutschen Turner-Bund oder dem Jahn-Museum in Freyburg überlassen.

Hansgeorg Kling

F. L. Jahns Bemühungen um die deutsche Sprache

Friedrich Ludwig Jahn (1778 – 1852), der Erfinder des vielseitigen Turnens, dem das Turnbrüderliche in seiner wirkungsmächtigsten Zeit bis 1819 so wichtig war und der später der „Turnvater“ genannt wurde, bemühte sich in vielfältiger Weise auch um Reichtum und Reinheit der deutschen Sprache.

Sein sprachschöpferisches Wirken wird am deutlichsten im Vorwort zur „Deutschen Turnkunst“ (1816). In ihm geht es ihm zwar auch um die Ursprünglichkeit und Vielgestalt der deutschen Sprache, vor allem aber entfaltet er hier seinen Erfindungsgeist. „Turn“ ist für ihn ein Urwort. Er zählt rund 60 Zusammensetzungen mit „turnen“ auf, die meisten von ihm selbst.

Seine Sprachreinigungsbestrebungen sind ein Hauptanliegen im „Deutschen Volkstum“, das 1810 erschien. Mit diesem 230-Seiten-Werk will er die „Einungskraft“ des Volkes vorantreiben: Angesichts der weitgehend weltbürgerlich geprägten Ideenwelt der Gebildeten in der deutschen Gesellschaft will er den Zusammenhang zwischen „Volk, Deutschheit und Vaterland“ bewusster machen. Sein Ziel ist die Reinheit der deutschen Sprache als Ausdruck lebendigen und echten Volkstums: „In seiner Muttersprache ehrt sich jedes Volk, in der Sprache Schatz ist die Urkunde seiner Bildungsgeschichte niedergelegt.“ Verständlicherweise ist mit solchen Bemühungen die Abneigung gegenüber allem Fremdländischen verbunden. Sie wird im Laufe der Jahre umso stärker, je länger die Besetzung Preußens durch die Franzosen dauert.

Weniger bekannt sind Jahns sprachwissenschaftliche Verdienste: Ganz anders als beim „Deutschen Volkstum“ war Jahn bei der Abfassung der frühen Schrift „Bereicherung des Hochdeutschen Sprachschatzes“ (1806) von wissenschaftlichem Ehrgeiz getrieben. Er wollte eine akademische Karriere starten und wollte sich mit dem 100-Seiten-Werk in die laufende Debatte um das Wesen der deutschen Allgemeinsprache einmischen. Seine Absicht: den deutschen Wortschatz zu erweitern und seinen Reichtum bewusster zu machen. Leider wurde er von den Zeitumständen überholt, denn im Oktober 1806 erlitt die Preußische Armee bei Jena und Auerstedt jene katastrophale Niederlage, und weder Jahn noch seine Schrift waren danach imstande, die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt auf sich zu ziehen. Jahns frühe Schrift geriet in Vergessenheit, ist noch heute wenig erwähnt und wurde nie gründlich erforscht.

Dieses Werk ist lexikografisch gestaltet: Den Kern bilden 58 Gruppen von Synonymen („Neue Sammlung von Sinnverwandtschaften“), die eingehend erläutert werden. Er will damit seinen Beitrag zu der überregionalen Standardsprache leisten, die durch die Ausgleichsvorgänge an den Hofkanzleien Karls IV. (1346-78) in Prag und der Wettiner in Meißen, durch die Erfindung des Buchdrucks und durch Luther entstanden war.

Bei der Wahl seiner Sinnverwandtschaften fällt das Hauptgewicht auf Begriffe, die mit der Landschaft und dem alltäglichen Leben zu tun haben (Ackerbau, Kleidung, häuslicher Alltag). Er ergänzte den Sprachschatz also um Wörter aus dem nicht-elitären, nichtstädtischen Leben. Als zwei Beispiele seien herausgegriffen: läuten – beiern – bimmeln; Knotenstock – Knüttel – Ziegenhainer – Prügel – Knüppel: Er definiert die verschiedenen Bedeutungen dieser Wörter im Vergleich zueinander und belegt das mit Beispielen, so wie es die Brüder Grimm Jahrzehnte später in ihrem Deutschen Wörterbuch tun.

Mit seiner frühen Schrift „Bereicherung des Hochdeutschen Sprachschatzes“ wollte Jahn noch nicht agitieren oder polarisieren wie mit dem „Deutschen Volkstum“, sondern verfolgte eher kulturpolitische Ziele. Wenn der Krieg von 1806 seine Pläne nicht gestört hätte, hätte er sich wohl im Oktober 1806 wieder nach Göttingen begeben, um dort zum Universitätsabschluss zu kommen und sich eine akademische Laufbahn als Professor der deutschen Sprache und Geschichte zu schaffen.

Hansgeorg Kling

Freyburger Sportdialog: Transformationen, Entwicklungen und Perspektiven im Kinderturnen und im Jugendsport

3. – 5. Oktober 2013, Freyburg an der Unstrut

Die Jahn Gesellschaft hat es sich nicht nur zum Ziel gesetzt, das Leben und Wirken Jahns zu erforschen, sondern auch seine Bedeutung für das Sporttreiben in der Gegenwart zu untersuchen. Sie fördert und betreibt deshalb Vorhaben und Projekte, die diese Ziele verfolgen. Anfang Oktober 2013 wendet sie sich in einem ersten „Freyburger Sportdialog“ dem Kinderturnen und dem Jugendsport zu, die beide in den letzten Jahrzehnten erheblichen Veränderungen ausgesetzt waren.

Die Tagungsthemen umfassen den außerunterrichtlichen Schulsport, insbesondere an Ganztagsschulen, das Turnen im Verein, Kindersportschulen, Verbands-Fördergruppen und das informelle, nicht an Vereine gebundene Sporttreiben (Trends im Freizeitbereich, Trendsportarten).

Adressaten sind: Interessierte aus der gesamten Bundesrepublik, insbesondere Übungsleiter/innen, Trainer/innen, Lehrkräfte aller Bildungsgänge, Verantwortliche der Fachverbände und der Landessportbünde, Vertreter/innen von Hochschulen sowie staatlichen und kommunalen Stellen (Ministerien, Schulaufsicht).

Hansgeorg Kling