Pressedienst

Der Jahn-Pressedienst ist ein Service der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Freyburg (Unstrut). Er stellt den Verbandsorganen der Landesturnverbände im Deutschen Turner-Bund und allen anderen interessierten Zeitungen und Zeitschriften Artikel zu Themen des Turnens und der Turngeschichte (unter besonderer Berücksichtigung von Beiträgen über Friedrich Ludwig Jahn) zum Nachdruck zur Verfügung. Der Nachdruck ist kostenfrei und genehmigungsfrei. Unter dem Artikel ist der Vermerk [Jahn-Pressedienst] aufzunehmen. Um ein Belegexemplar wird gebeten. Die vom Jahn-Pressedienst veröffentlichten Artikel werden unter Pressedienst auf der Homepage der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft zum Herunterladen archiviert und können auch zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden.

 

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Der ÖTB mit neuer Führung

Eine neue Führungsmannschaft wählte der 29. Bundesturntag des Österreichischen Turnerbundes (ÖTB) am zweiten November-Wochenende in Leonding/Linz. Nachfolger von Gerwin Braunbock (Turnverein Linz), der acht Jahre lang der Bundesobmann war, ist Karl Kolar (Turnverein Linz). Ihm zur Seite stehen als Stellvertreter Hermann Lang (Drösing/Niederösterreich), Peter Ritter (Grieskirchen) und Elke Nebenführ (Wien-Mariahilf).

Den DTB und seine Landesturnverbände vertrat Hansgeorg Kling, der Präsident der Jahn-Gesellschaft. Er beglückwünschte den ÖTB insbesondere zu dem sehr gelungenen Bundesturnfest im vergangenen Juli in Innsbruck, an dem 40 DTBVereine teilnahmen.

Christian Leirich

Jahn-Gesellschaft - Neuwahl des Präsidiums, 20 Jahre Jahngesellschaft, Mitgliederversammlung und weitere Veranstaltungen anlässlich des 90. Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnfestes 2012

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft am dritten August-Wochenende in Freyburg standen Neuwahlen: Das siebenköpfige Führungsteam mit Hansgeorg Kling (Kassel) als Präsident wurde für vier Jahre wiedergewählt. Für den verstorbenen Prof. Dr. Jürgen Leirich konnte Christian Schwarzer gewonnen werden. Vizepräsidenten sind jetzt: Dr. Josef Ulfkotte (Dorsten) und Martin Bertling (Freyburg), Schatzmeisterin: Monika Menzel (Naumburg), weitere Präsidiumsmitglieder: Prof. Dr. Ingo Peschel (Berlin), Oliver Snelinski (Berlin) und Christian Schwarzer (Quedlinburg). Geschäftsführerin bleibt Ilona Kohlberg (Freyburg), Webmaster ist Christian Leirich (Halle).
In einer kleinen Feierstunde wurde die zwanzigjährige Tätigkeit der jetzigen Jahn-Gesellschaft, die 1992 als „Förderverein zur Traditionspflege und Erhaltung der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gedenkstätten“ gegründet wurde, gewürdigt. Seitens des Deutschen Turner-Bundes (DTB) dankte dessen Vizepräsidentin Prof. Dr. Annette Hofmann (Stuttgart) für das erfolgreiche Wirken. So konnte in den letzten acht Jahren die Mitgliederzahl von 300 auf 425 gesteigert werden.
Eingebettet war die Mitgliederversammlung in ein ganzes Veranstaltungspaket: die feierliche Kranzniederlegung, eine Ausstellungseröffnung im Jahn-Museum und vor allem das traditionelle Jahn-Turnfest, zu dem der Landesturnverband Sachsen-Anhalt einlädt und das zum 90. Male stattfand.



Bild 1: Anlässlich des vom 17.-19. August 2012 stattfindenden 90. Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnfestes in Freyburg (Unstrut) ehrte die Jahn-Gesellschaft mit einem Gedenkkranz den Urvater der Turnbewegung am Gedenkstein des Jahn-Museums.

Bild 2: Vor Eröffnung der Sonderaustellung von Dr. Müller (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) fand im Gewölbe des Jahn-Museums die Präsidiumssitzung der Gesellschaft statt.

Bild 3: Präsident Hansgeorg Kling und Präsidiumsmitglied Dr. Josef Ulfkotte eruierten die Einsatzmöglichkeiten der Software Citavi zur künftigen online-Auffindbarkeit des Bibliotheks-Fundus des Jahn-Museums.

Bild 4: Gruppenfoto bei der feierlichen Kranzniederlegung zur Eröffnung des 90. Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnfest an der Erinnerungsturnhalle.



Bild 5: Cambridge-Promovierende Hanna Weibye, zu Studienzwecken zu Gast bei der Jahn-Gesellschaft in Freyburg, und Dr. Josef Ulfkotte, Präsidiumsmitglied der Jahngesellschaft.

Bild 6: DTB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Annette Hofmann würdigte die sportgeschichtliche Bedeutung der Jahn-Gesellschaft in einer Gegenwart nachlassender Bedeutung universitärer Forschung und Lehre.

Bild 7: Ehrenmarsch zur Eröffnung des 90. Jahn-Turnfest in Freyburg.

Bild 8: Ehrenmitglied Prof. Dr. Harald Braun nahm das Amt des Wahlvorstehers zur Wahl des neuen Präsidiums wahr.



Bild 9: Hanna Weibye, Doktorandin an der Universität Cambridge in Großbritannien, grüßt die Mitglieder der Jahn-Gesellschaft.

Bild 10: Der neugewählte Vizepräsident und langjährige Bürgermeister der Stadt Freyburg Martin Bertling (links) und Präsidiumsmitglied sowie Vorsitzender der Deutschen Turnjugend Oliver Snelinski (rechts) berieten, wie das sichergeglaubte Projekt "Jahn-Gedenktafeln" trotz Absage der Stadt Freyburg dennoch erfolgreich umgesetzt werden kann. Hierbei wurde die Möglichkeit diskutiert, mit Hilfe des Spendenportals betterplace.org zum Ziel zu gelangen.

Bild 11: Schatzmeisterin Monika Menzel präsentierte den Rechenschaftsbericht, sichtlich betroffen nachdem sie die Botschaft erhielt, dass die Stadt Freyburg plant, sich aus der Förderung zurückzuziehen.

Bild 12: Museumsleiterin und Geschäftsführerin der Gesellschaft Ilona Kohlberg, die die zuversicht-stiftende Kunde verbreitete, dass die Jahn-Gesellschaft nun Mitglied im Freyburger Fremdenverkehrsverein e.V. ist.



Bild 13: Schlussendlich wurde auf der Präsidiumssitzung besprochen, wie das Museum sowie die weltweit erste Fitnessbewegung mehr ins heutige Bewusstsein gerückt werden kann, Idee hierzu: Hoffest mit Gruppenfitness und Weinverkostung in Zusammenarbeit mit dem benachbarten und befreundeten Weingut Lückel.

Bild 14: Das neu gewählte Präsidium mit (v. l.): Oliver Snelinski, Monika Menzel, Christian Schwarzer, Ilona Kohlberg, Hansgeorg Kling, Martin Bertling, Josef Ulfkotte, Ingo Peschel.

Christian Leirich

JRD Innsbruck

Erfolgreiches 12. Bundesturnfest des ÖTB in Innsbruck

Auf ein rundum gelungenes 12. Bundesturnfest in Innsbruck kann der Österreichische Turnerbund (ÖTB) zurückblicken. Rund 5000 Turnerinnen und Turner kamen für fünf Tage in der Hauptstadt Tirols zusammen, um die Vielfalt Jahnschen Turnens zu zeigen und um in der großen Gemeinschaft das Fest zu feiern. Auffallend dabei der Anteil der Gruppen- und Mannschaftskämpfe, die vielen Jugendlichen und die Tatsache, dass (anders als in den meisten Landesturnverbänden des DTB) Tracht getragen wird. Das bereicherte durch die Buntheit das ohnehin lebhafte Turnfestgeschehen.

Neben den Wettkämpfen (40 Vereine traten im Wimpelwettstreit der Erwachsenen an, 75 in den Mannschaftskämpfen der Jugend) gab es nach dem Festakt zur Eröffnung das Volkstanzfest, das Großkonzert der Spielmannszüge, ein Schauturnen und die Schlussfeier. Im Mittelpunkt der Kranzniederlegung am Jahn-Brunnen in der Jahnstraße standen das Wirken Jahns und seine Ausstrahlung auf das heutige Gemeinschaftsleben in den Vereinen. Die fünf österreichischen Akademischen Turnvereine (ATVen) vereinten sich am vorletzten Tag zum traditionellen Festkommers. Am Vereinswettturnen (drei Teile: Lied und Spruch, Festgymnastik, vielseitiges Turnen) nahmen 40 Vereine teil. Der Festzug am Schlusstag fiel dem Regen zum Opfer.

Gerwin Braunbock, der Bundesobmann des ÖTB, konnte beim Festakt zur Eröffnung auch die Grüße und Wünsche durch Rainer Brechtken (Stuttgart), den Präsidenten des Deutschen Turner-Bundes (DTB), entgegen nehmen: Der lobte die Vielfalt des Turnens, das Gemeinschaftbildende und die Weichenstellung, die Jahn in den Jahren der Hasenheide für die Entwicklung des modernen Vereinswesens vornahm.

Viele Aktive aus den rund 40 bundesdeutschen Vereinen, die teilnahmen, lobten die Ausrichtung auf Gruppenwettkämpfe und waren erstaunt über die Beteiligung an Veranstaltungen, die es im DTB so nicht gibt: das Volkstanzen und den Redewettbewerb, zu dem rund 50 Aktive antraten.

Hansgeorg Kling

Jürgen Leirich lebt nicht mehr

Prof. Dr. Jürgen Leirich lebt nicht mehr. Mit seinem plötzlichen Tod verliert die Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft ihren Vizepräsidenten. Der emeritierte Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg war höchst engagiert im Einsatz für unsere Gesellschaft, die das Leben und Wirken Jahns vertritt, erforscht und verbreitet.

Jürgen war der erste Vorsitzendedes 1992 gegründeten Jahn-Fördervereins (Förderverein zur Traditionspflege und Erhaltung der Friedrich–Ludwig–Jahn-Gedenkstätten), der der Vorgänger der jetzigen Jahn-Gesellschaft war, und seit 2004 unser Vizepräsident.

Der Weg des begeisterten Gerätturners, geboren 1938, führte vom 12jährigen Leistungsturner zum Turner der Meisterklasse in Halle und zum internationalen Kampfrichter. Nach dem Studium der Körpererziehung und Germanistik erwarb er sich als Sportwissenschaftler vor allem mit seinen Veröffentlichungen über die Theorie und Praxis des Gerätturnens sowie als Institutsleiter in Halle Anfang der 90er Jahre große Verdienste.

Noch bis zuletzt war er voller Tatendrang und entwickelte Zukunftspläne. Was er bei seiner Verabschiedung aus dem Hochschuldienst 2004 über seine wissenschaftlichen Ziele sagte, trifft bezeichnenderweise auch für die Jahn-Gesellschaft zu: „Die Anerkennung gelingt nur dann dauerhaft, wenn wissenschaftliche Profilierung, Kooperationsfähigkeit und Ausstrahlung in die Gesellschaft gegeben sind.“ So wirkte er. Wir alle haben ihm sehr viel zu verdanken.

Hansgeorg Kling

Ein kurzer Blick zurück: Das Jahr 2011 stand im Zeichen der 200-jährigen Turnbewegung

1811 – 2011: Das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen des Jubiläums 200 Jahre Turnbewegung. Erster Höhepunkt war die eindrucksvolle Feierstunde am 18. Juni am frisch hergerichteten Jahn-Denkmal in der Hasenheide. Hier würdigte der Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), Rainer Brechtken, die Leistung Friedrich Ludwig Jahns, der im Juni 1811 an eben dieser Stelle, damals vor den Toren der Stadt Berlin, jetzt im Bezirk Neukölln gelegen, den ersten öffentlichen Turnplatz mit Leben erfüllte und damit die Geschichte der nunmehr 200-jährigen Turnbewegung anfangen ließ.

Auf die Jugend des damals 33-jährigen Jahn zugeschnitten war die Festansprache durch Jürgen Dieckert: Er hob das pädagogische Konzept des Turnplatzes hervor und betonte das „Prinzip Kür“ (die Selbsttätigkeit und Selbstorganisation der jungen Männer von 1811).

Den zweiten Höhepunkt bildete der Festakt, zu dem der DTB für den 20. November ins Alte Stadthaus in Berlin einlud. Mehr als 200 Gäste aus Politik, Turnen und Sport kamen. Die Grußworte konzentrierten sich auf die geschichtliche Bedeutung der Turnbewegung und ihre gesellschaftspolitische Rolle in Gegenwart und Zukunft. Schon der Deutsche Turntag in Frankfurt Anfang Februar hatte im Zeichen des Jubiläums gestanden. Hier hielt Bundestagspräsident Dr. Lammert einen 40-minüten Vortrag zum Thema des Jahres, der beeindruckte.

Abgerundet wurden die Veranstaltungen des Jahres 2011 durch die Ausrichtung einer großen internationalen sporthistorischen Tagung im August in Frankfurt. Der DTB veröffentlichte eine 150-seitige Broschüre „200 Jahre Turnbewegung – 200 Jahre soziale Verantwortung“. Der Bundesfinanzminister gab eine Sonderbriefmarke heraus, die den Turnplatz auf der Hasenheide in 1818 zeigt.

Die Jahn-Gesellschaft (Sitz: Freyburg/Unstrut) spannte mit zwei Ausgaben ihres „Jahn-Reports“ den Bogen von 1811 bis 2011. Ihre Mitglieder Hans-Joachim Bartmuß und Josef Ulfkotte widmeten ihre wissenschaftliche 290-Seiten-Veröffentlichung: „Nach dem Turnverbot – „Turnvater“ Jahn zwischen 1819 und 1852“ (Böhlau-Verlag) dem Jubiläumsjahr.

Auch die großen Medien öffneten sich für das Thema. So überschrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am 3. 12. 2011 ihren ganzseitigen Beitrag mit „Wie modern war das Turnvaterl von der Hasenheide?“ und sprach von einem „Modell, das bis heute Schule macht“. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) wählte die Überschrift: „Ehrenrettung für die Hasenheide – Der Turnplatz des ollen Friedrich Jahn ist besser und progressiver als sein Ruf“. Wenn das nicht erfreulich ist!

Hansgeorg Kling