Internationaler Museumstag - Muttertag, Pflanzenflohmarkt im Jahn-Museum

Anlässlich des Internationalen Museumstages, der in diesem Jahr auf den Muttertag fällt, heißt das Team des Friedrich-Ludwig-Jahn-Museums am Sonntag, 12. Mai ab 13 Uhr die Besucher „herzlich willkommen“ zum Muttertagsfest mit Pflanzenflohmarkt. Eingeladen sind neben Familien vor allem ambitionierte Hobbygärtner, die gern ihre „Schätze“ mit uns teilen. Hauptsache man hat Spaß am regen Tauschen, Stöbern und Kaufen von allerlei Blumen und Gartenschmuck. Für das leibliche Wohl wird mit Kaffee, Sekt, Wein und süßem wie auch herzhaftem Kuchen gesorgt. Um 15 Uhr sollen dann die Sieger im Wettbewerb für das schönste Bild zum Muttertag gekürt werden. Als Preise winken unter anderem Kinogutscheine und ein Tag im Spaßbad. Für alle Kinder, die noch kein Geschenk haben, gibt es zudem die Möglichkeit im Gewölbe des Museums eine Überraschung für die Mama zu basteln. Anlässlich des Internationalen Museumstags bieten wir Interessierten auch Einblicke in das Archiv des Museums. Wer Lust hat, sich am Pflanzenflohmarkt zu beteiligen, darf sich gerne an das Museum wenden. Alle Kinder, die sich am Wettbewerb um das schönste Muttertagsbild beteiligen wollen, können ihr Bild bis zum 3. Mai an das Jahn-Museum schicken oder einfach von Dienstag bis Sonntag selbst im Museum abgeben. Der Eintritt zum Fest ist frei und für alle Mamas gibt es zur Begrüßung ein Glas Sekt!

Ilona Kohlberg
Museumsleiterin

Sonderausstellung „Vereine stellen sich vor – Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“

Unter dieser Thematik wurde am 01. Dezember die nunmehr 12. vorweihnachtliche Ausstellung im Jahn-Museum eröffnet. Die Erben Friedrich Ludwig Jahns – so lautet der Einführungstext zur Sonderausstellung. Bereits während seiner Hauslehrertätigkeit in Neubrandenburg 1803/04 hatte Friedrich Ludwig Jahn mit Schülern vielfältige Leibesübungen betrieben. Als er 1811 in der Hasenheide den ersten öffentlichen Turnplatz begründete, ahnte er sicher nicht, was für eine Bewegung er ins Rollen brachte. Seit über 200 Jahren wird in der ganzen Welt geturnt. Jahns Tätigkeit auf dem Turnplatz war vor allem der Arbeit mit Jugendlichen gewidmet. Er forderte aber auch, dass jeder Turnplatz einen Spielplatz haben sollte, denn mit körperlicher Ertüchtigung kann man nicht früh genug beginnen. Auch heute noch nimmt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen einen großen Teil der Vereinstätigkeit ein. Das Erbe von Friedrich Ludwig Jahn wird von ihnen wach gehalten und bewahrt. In der weihnachtlich geschmückten oberen Etage präsentieren sich Vereine, die sich verstärkt der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen widmen. Es präsentieren sich mit ihrer Geschichte und verschiedenen Exponaten der Landesstützpunkt Laucha, der SC Empor Laucha Sektion Aerobic, die Turn- und Sportgemeinschaft „Jahnstadt“ mit seinen Abteilungen Floorball (Unihockey), Knabenfußball und Karate sowie die Kinderfeuerwehr „Löschzwerge“ Freyburg. Zur Eröffnung begeisterten die Aerobic-Mädchen des SC Empor Laucha unter Leitung von Jessica Rößler die mehr als 50 Gäste mit einem beeindruckenden Programm. Die Sonderausstellung ist bis 31.03.2013 zu den Öffnungszeiten zu besichtigen.

Ilona Kohlberg, Mueseumsleiterin

Turnpferd wird Weihnachten 200 Jahre alt

Bericht aus der Deutschen Turnzeitung 1898

Im Winter 1811/12 hatte Friedrich Ludwig Jahn vier Turnern, Dürre, Pischon, Moliere und Zenker durch den Fechtmeister des Kadettenkorps Benecke Unterricht im Schwingen (Voltigieren, Pferdspringen) erteilen lassen. Die übungen wurden dann an einem alten, der „Fechtgesellschaft“ gehörenden Schwingel (Pferd) fortgesetzt. Dies war sehr wackelig und wenig mehr zu gebrauchen. Als es dann in einer Wagenremise stand, versanken Pferd und Springer völlig im Staub. Daraufhin starteten Jahns Schüler einen Aufruf zu einer Geldsammlung zur Anschaffung eines Schwingpferdes. Es kamen 100 Taler (damals eine große Summe) zusammen, von denen 90 Taler für das mit schmiedeeisernen Stellfüßen versehene Pferd verausgabt wurden. Dieses wurde dann in den Veronaschen Saal in der Behrenstraße gebracht.

Am Weihnachtsabend 1812 führten die Turner Jahn, der von all dem nichts erfahren hatte, in den hell erleuchteten Saal, wo Fechtpaare ihn mit Scheingefecht willkommen hießen und zu dem Pferd als Weihnachtsgeschenk führten.

Nach Jahns Verhaftung 1819 kam das Pferd in den Eiselenschen Turnsaal und von da 1851 zur Eröffnung der königlichen Zentralturnanstalt in der Scharnhorststraße mit den übrigen Geräten dorthin. Es wurde hier mit Vorliebe benutzt. Bei der Gründung der königlichen Turnlehreranstalt 1877 wanderte das Pferd zunächst in das königliche Wilhelms-Gymnasium. Von da kam es 1879 in die neu erbaute Anstalt in der Friedrichstraße 229, wo es in einer Ecke des großen Turnsaales mit frischem Lederüberzug versehen, ein beschauliches Dasein führte. Auf Ersuchen des Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft, Dr. Ferdinand Goetz, hat sich der Unterrichtsminister Dr. Bosse 1898 damit einverstanden erklärt, dass das Pferd dem Jahn-Museum in Freyburg a. d. Unstrut überwiesen werde.

Seit dieser Zeit gehört das Turnpferd zum Inventar des Friedrich-Ludwig-Jahn-Museums.

Ilona Kohlberg