Tag der offenen Tür im Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum

Der diesjährige Internationale Museumstag stand unter dem Motto „Welt im Wandel – Museen im Wandel“. Das Museum soll bilden, fördern, fordern und integrieren. Es soll ein Ort der Begegnung und Diskussion für alle sein. Die Museen sind ein Teil der sich ständig verändernden Gesellschaft, in der sie sich täglich behaupten müssen und sollen. Auch das Jahnmuseum beteiligte sich mit einer Reihe von Aktivitäten am Internationalen Museumstag. Von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr standen das Museum und das Archiv für die Besucher offen. Etwa 60 Besucher, unter denen sich auch in diesem Jahr zur Freude der Museumsleiterin wieder zahlreiche Freyburger befanden, nutzten bei schönem Wetter die verschiedenen Angebote für Groß und Klein. Einblicke ins Archiv, bei denen die Museumsleiterin unter anderem die wertvollen historischen Turnerfahnen, Originaldokumente Jahns und historische Fotoalben zeigte, fanden sehr großen Anklang. Das Weingut Familie Lückel (gegenüber vom Jahnmuseum) präsentierte sich in dieser Zeit mit einem Weinausschank, bei dem der von ihnen kreierte Jahnwein verkostet werden konnte. Ab 14.00 Uhr führten Kinder unter Leitung der Gemeindepädagogin Heike Kohn das Theaterstück „Der Frühling erwacht“ auf. Anschließend standen den Kindern eine Bastelstraße und verschiedene Bewegungsspiele auf dem Außengelände des Museums zur Verfügung. Zur Stärkung gab es am Nachmittag Kaffee und selbstgebackenen Kuchen.



Ilona Kohlberg, Leiterin des Jahnmuseums

Kinderfeiern im Jahn-Museum sind Bestandteil heimatkundlicher Bildung und Erziehung

Seit Jahren unterhält das Museum enge Beziehungen zu den Freyburger Schulen und zu Kindereinrichtungen. Die Schüler werden in Projekte eingebunden, die unter fachlicher Anleitung der Museumsleiterin, Ilona Kohlberg, realisiert werden. Die Schulen hatten vielfach den Nutzen davon, weil im Ergebnis dieser Arbeiten interessante Ausstellungen und andere Materialien entstanden sind. In der vorschulischen Bildung erlebten Kindergartenkinder Spielnachmittage auch unter Einbeziehung der historischen Turngeräte. Immer war damit auch ein Besuch des Museums verbunden. In den Führungen wurde den Kindern die Bedeutung, das Leben und Wirken des Turnvaters Jahn anschaulich erläutert. Das ist ein wichtiges Anliegen heimatkundlicher Bildung und Erziehung.

Bestandteil dieser Maßnahmen sind auch Angebote, in einem solchen Rahmen Kindergeburtstage und auch Feiern zu anderen Anlässen auszurichten. So wollte kürzlich auch Martha Boye ihren 7. Geburtstag anders feiern als andere Kinder ihrer Klasse. Die Eltern hatten den Freundeskreis in das Jahn-Museum eingeladen. Die Begegnungsstätte wurde in ein kleines Katzenparadies verwandelt, und nach dem Kaffeetrinken ging es zu einem kleinen Rundgang durch das Museum. Danach konnten sich die Kinder auf dem Außengelände nach Herzenslust austoben. Besonders viel Spaß hatten sie bei dem von den Museumsmitarbeiterinnen angefertigten „Twister“, der mit den Jahnschen Turngeräten bestückt ist.

Dokument zur Turnhistorie übergeben

Das diesjährige Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnfest in Freyburg begeht ein Jubiläum – das Neunzigste!

Seit einer Woche ist das Archiv des Jahnmuseums um ein weiteres Zeugnis dieses historischen Ereignisses reicher. Es ist ein Sonderdruck des Querfurter Tageblattes und der Querfurter Heimatblätter, der anlässlich des 20. Jahnturnens am 09. August 1925 erschienen war. Das Dokument stammt aus dem Besitz von Elli Schmidt, vormals bekannte Turnerin und Tochter des damaligen Freyburger Turnwarts Heinrich Rosemann. Die 92-jährige Elli Schmidt, die heute in Berlin lebt, sei noch „fit wie ein Turnschuh“ sagt Thomas Fritzsch, der in ihrem Auftrag das wertvolle Dokument als Dauerleihgabe an die Museumsleiterin, Ilona Kohlberg, übergab.

Herr Fritzsch wohnt im ehemaligen Haus der Rosemanns in der Mühlstrasse, an dem 2011 eine Erinnerungstafel an Heinrich Rosemann angebracht wurde. Diesen Anlass ließ sich Frau Schmidt nicht nehmen, um ihre alte Heimat zu besuchen. Dabei stand natürlich auch ein Besuch des Jahnmuseums auf ihrem Programm. Ihr Vater war schliesslich bis Ende 1935 als Herbergsvater in der Jugendherberge tätig, die sich damals im Wohnhaus Friedrich Ludwig Jahns befand. Als Oberturnwart sowie als Männer-, Frauen-, Knaben- und Mädchenturnwart hat er natürlich auch seinen Kindern das Turn-ABC beigebracht. Einige Fotos in der Erinnerungsturnhalle belegen das. Die Besucher können die historischen Aufnahmen bestaunen, die unter anderem zeigen, wie die vierjährige Elli auf einem Arm ihres Vaters einen grazilen Handstand macht. Bei der Übergabe des historischen Dokumentes waren auch anwesend Freyburgs stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Brix und Andreas Ebert, der in der Verwaltungsgemeinde Unstruttal für die Wirtschaftsförderung zuständig ist.