Buchpublikation von Hans-Joachim Bartmuß und Josef Ulfkotte: Nach dem Turnverbot – „Turnvater“ Jahn zwischen 1819 und 1852

Die Zeitspanne zwischen Friedrich Ludwig Jahns Verhaftung im Jahre 1819 und seinem Tod im Jahre 1852 wird von der biografiegeschichtlichen Forschung bislang stiefmütterlich behandelt. Die vorliegende Untersuchung versucht zu klären, ob Jahn nach seiner Verbannung aus dem öffentlichen Leben, nach Haft und jahrelanger polizeilicher Überwachung, bis zu seiner Wahl zum Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848 tatsächlich im Abseits stand. Seine Rolle in der Männerturnvereinsbewegung der 1840er Jahre wird ebenso kritisch reflektiert wie seine Arbeit im Paulskirchenparlament. Die Darstellung, in der auch Zeitgenossen Jahns zu Wort kommen, wird mit einem Kapitel über den „Antisemiten“ und „Franzosenfresser“ Jahn eingeleitet. Hans-Joachim Bartmuß war Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte des Mittelalters an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Josef Ulfkotte ist Studiendirektor am Gymnasium Petrinum in Dorsten. Beide Autoren gehören dem Präsidium der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft an. Das Buch ist 2011 im Böhlau-Verlag erschienen.

Hier können Sie das Vorwort von Hansgeorg Kling als PDF-Datei herunterladen.

XIV. Lanzer Jahn-Kolloquium zum Thema: Jahns Werk und Wirken von 1800-1820

Am 16. und 17. Juni 2012 findet nun schon zum 14. Male ein Kolloquium in Jahns Geburtsstadt Lanz unter Leitung von Gerd Steins (Berlin) statt. Tagungsort ist der Landgasthof Paesler, Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 13.

Wissenschaftliches Programm am 16.6.2012:

16.30 Uhr: Einleitung durch Schüler der Grundschule Lanz und Eröffnung durch Hans Borchert

17.00 Uhr: Gerd Steins (Berlin): Johann Jacob Bornemann – Multiplikator des Jahnschen Turnens

17.30 Uhr: Dr. Josef Ulfkotte (Dorsten): Jahns Vorträge zum Volkstum

18.00 Uhr: Dr. Wolfgang Barthel (Friedland): Friedland: Deutschlands ältester Turnverein

Rahmenprogramm:

20.00 Uhr: Konzert in der Kirche zu Lanz – „Bevor Du sterbst“, Lieder zum Gedenken an Otto Reutter

Info-Flyer als PDF-Datei herunterladen

Saale-Unstrut-Jahrbuch 2012 erschienen – 17. Jahrgang berichtet über Jahn-Museum, Jahn-Gesellschaft und die aktuellen Publikationen

Das Saale-Unstrut-Jahrbuch für Kulturgeschichte und Naturkunde der Saale-Unstrut-Region, herausgegeben vom Mitteldeutschen Verlag, berichtet in seiner soeben erschienenen 17. Ausgabe auch über das Jahn-Museum, die Jahn-Gesellschaft und die Publikationen von Bartmuß & Ulfkotte.

Jürgen Leirich fasst in seinem Beitrag die wichtigsten Stationen von Friedrich Ludwig Jahn zusammen und hebt seine Bedeutung als Gründer der deutschen Turnbewegung hervor. Ausführlich wird auch die Ständige Ausstellung im Freyburger Jahn-Museum gewürdigt. Hier folgt er der Gliederung der Ausstellung, die von einer Historiker-Arbeitsgruppe unter Leitung von Hans-Joachim Bartmuß (Halle) erarbeitet und im Jahre 1999 wiedereröffnet worden ist. Auch die Geschichte der weiteren Freyburger Jahn-Gedenkstätten wird gestreift. Der Leser erfährt auch etwas zur Arbeit des 1992 gegründeten Fördervereins zur Traditionspflege und Erhaltung der Jahn-Gedenkstätten und seine durch Satzungsänderung erfolgte Umbenennung in Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft im Jahre 2008.

Enthalten im Jahrbuch sind auch die Rezensionen von Hansgeorg Kling zu den Büchern von Bartmuß, Kunze und Ulfkotte (2008): „Turnvater Jahn und sein patriotisches Umfeld…“, von Josef Ulfkotte (2010): „Briefe von Friedrich Ludwig und Emilie Jahn an Wilhelm Lübeck 1835-1876“ sowie von Bartmuß und Ulfkotte (2011): „Nach dem Turnverbot: ‚Turnvater‘ Jahn zwischen 1819 und 1852“.

Der Leser des Jahrbuchs erhält also wichtige Informationen über den Turnvater Jahn und darüber hinaus über ein weites Spektrum zur Kulturgeschichte der Region. Die 160 Seiten sind außerordentlich niveauvoll gestaltet. In seinem Grußwort stellt der Naumburger Oberbürgermeister, Bernward Küper, fest, „dass es zu den großen Stärken des Jahrbuchs gehört, seine stets an die Saale-Unstrut-Region gebundenen Inhalte heimischen und zugleich Autoren aus anderen Bundesländern anzuvertrauen.“ Er weist auch auf die Bedeutung des aktuellen Antrages auf Aufnahme der Kulturlandschaft an Saale und Unstrut in das UNESCO – Welterbe hin.

Und dort sind auch unsere Freyburger Jahn-Gedenkstätten mit Sicherheit bestens aufgehoben!

Beitrag als PDF-Datei: Jahn-Museum und Jahn-Gesellschaft

Rezension von Hansgeorg Kling als PDF-Datei