Freyburg - Wohnhaus

Das heutige Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum in Freyburg (Unstrut)

Nach seinem Freispruch wählte Jahn 1825 Freyburg a. d. Unstrut als Wohnsitz. Als 1838 Jahns Mietwohnung abbrennt, sucht er sich zum Bau eines Wohnhauses ein Grundstück und erwirbt dieses (Weinberg) für 140 Mark. Durch Spenden von Turnern konnte 1839 mit dem Bau begonnen werden. Jahn hat den Bau des Hauses in starkem Maße mitbestimmt, und er hat dabei die Unterbringung seiner Familienangehörigen (einschließlich der Schwiegermutter) genau bedacht.

Nach dem Tode Jahns bot die Witwe das Wohnhaus zum öffentlichen Verkauf an. Seit dieser Zeit wechselte das Gebäude oft seinen Besitzer und erfuhr mehrere Umbauten. So wurde es 1859 von der Schiller- und Tiedgestiftung für 12.000,- Mark angekauft und in einer „allgemeinen Nationallotterie“ als vierter Preis angeboten.

1880 richtete der Gastwirt Schulze in diesem Haus eine Gastwirtschaft ein. 1902 erstand es L. Naumann, der dem Haus einen großen Saal zufügte. Auch die Deutsche Turnerschaft erhob Ansprüche auf das ehemalige Wohnhaus Jahns, jedoch blieben die vielen Versuche, es zu erwerben, vorerst erfolglos. 1919 gelang es der Deutschen Turnerschaft endlich, das gesamte Anwesen für 113.000,- Mark zu kaufen. Der Gastwirtschaftsbetrieb wurde noch fünf Jahre aufrecht erhalten, bis der Hauptausschuss der Deutschen Turnerschaft beschloss, das Jahn-Haus in eine Jugendherberge und in ein Turnerheim umzuwandeln. In den 30er Jahren wurde das Haus in einen besseren Zustand versetzt und dabei die Anbauten der früheren Nutzer entfernt.

1936 eröffnete man darin ein Museum. Die Funktion der Jugendherberge und des Turnerheims übernahm nun ein neu errichtetes Gebäude gegenüber dem Jahn-Haus.
Im selben Jahr erfolgte auch die Umbettung der Gebeine Jahns aus der „Erinnerungsturnhalle“ in die Gruft auf seinem Grundstück.

1995 - 1999 wird der ehemalige Zustand des Hauses – der Grundrisszeichnung Jahns entsprechend – wieder hergestellt. Die Ausstellung im Museum dokumentiert das Leben Friedrich Ludwig Jahns und würdigt seine Bedeutung für die Entwicklung der Turnbewegung in Deutschland. Zum Inventar des Museums gehören heute noch Stücke aus seinem Nachlass, so z.B. auch das berühmte Turnpferd. Neben dem Erdgeschoss mit der Ständigen Ausstellung werden auch der Keller und das Obergeschoss für Museumszwecke genutzt. Das Obergeschoss dient der Präsentation von Sonderausstellungen, als Bibliothek (mit einem entsprechenden Arbeitsraum) sowie als Magazin für die Aufbewahrung zeitweise nicht für die Ausstellung benötigter Stücke aus dem reichhaltigen Museumsfundus. Der Keller wurde als eine repräsentative Begegnungsstätte gestaltet.